Regulationsstörungen: Fütter-, Schlaf- und Schreistörungen
Jeder Säugling muss lernen, seine Grundbedürfnisse wie Nahrungsaufnahme, Schlafen, zur Ruhe kommen, zu regulieren. Einige Babys brauchen dafür länger als andere. Bei jedem vierten bis fünften Kind treten sogenannte Regulationsstörungen auf, man spricht auch von Fütter-, Schrei- und Schlafstörungen. Häufig gehen sie von selbst vorüber. Manchmal aber halten sie sich hartnäckig. Dadurch kann die Entwicklung des Säuglings beeinträchtigt und die Eltern-Kind-Beziehung belastet werden.
Wann spricht man von einer Fütterstörung?
Bei der Fütterstörung treten Schwierigkeiten zum Beispiel bei der Umstellung vom Stillen zur Flaschennahrung oder bei der Gewöhnung an Beikost und feste Nahrung auf. Wenn jede Mahlzeit Stunden dauert, die Nahrungsaufnahme zum Kampf wird oder das Kind die Nahrung verweigert, entstehen Sorge, Angst und eine angespannte Stimmung zwischen Eltern und Kind.
Wann spricht man von einer Schreistörung?
Dass ein Säugling schreit, zählt zum normalen Verhalten, schließlich kann er sich noch nicht anders äußern. Wenn das Schreien jedoch lange andauert oder unstillbar ist, bringt es die Eltern oft in eine Situation der Erschöpfung und Hilflosigkeit.
Wann spricht man von einer Schlafstörung?
Schlafstörungen kommen vor, wenn Babys es nicht schaffen, den Rhythmus zwischen Wach- und Schlafphasen zu finden. Bei nächtlichem Erwachen gelingt es ihnen nicht, selber wieder in den Schlaf zu kommen. Sie schreien oder rufen nach den Eltern, deren eigener Schlaf dadurch massiv gestört wird. Eltern versuchen oft alles Mögliche, um das Kind zum Schlafen zu bringen – doch häufig vergrößert sich das Problem dadurch noch.
Was tun bei Regulationsstörungen?
Die erste Anlaufstelle für die Eltern eines Kindes mit Verdacht auf eine Regulationsstörung ist die kinderärztliche Praxis. Dort wird eingeschätzt, ob die Entwicklung des Kindes gefährdet ist oder ob möglicherweise organische Ursachen vorliegen. Wenn das Kind eine spezielle Behandlung braucht, bietet das WOI eine umfassende Untersuchung, Entwicklungsdiagnostik, Beratung und ambulante Therapie an. In schwierigeren Fällen können eine Eltern-Säuglings-Psychotherapie oder eine stationäre Behandlung in unserer Eltern-Kind-Klinik sinnvoll für die Familie sein.

