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Tic-Störungen

Ticstörungen im Kindesalter treten meist im Alter zwischen 5 und 10 Jahren auf. Spezifische organische Auslöser konnten noch nicht gefunden werden. Tics kommen häufig vorübergehend bei Schulkindern in Erscheinung, können aber auch bestehen und somit chronisch werden und mitunter schwerere Formen bis zum Tourette-Syndrom annehmen.

Bei Tics handelt es sich um kurz dauernde, abrupt einsetzende, nicht-rhythmische, wiederkehrend auftretende, unwillkürliche Bewegungen gewöhnlich in umschriebenen Muskelgruppen (motorische Tics), die für Minuten oder auch einige Stunden unterdrückt werden können, dann aber häufig wieder verstärkt auftreten. Sind Muskeln im Mund- oder Schlundbereich betroffen, kann es zu Lautäußerungen kommen (sog. vokale Tics). Tics können unter emotionaler Erregung verstärkt zum Ausdruck kommen und lassen oft nach in Situationen, in denen das Kind mit Aufmerksamkeit und Konzentration bei der Sache ist oder Tics vermeidet, wenn sie in der Klasse oder im Kindergarten nicht erwünscht sind.Häufig treten sogenannte "komorbide Störungen" wie die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung  (ADHS) oder Zwangssymptome begleitend auf.

Diagnostik: Nach umfassender Diagnostik (ärztliche allgemeinkörperliche Untersuchung, EEG, psychometrische Diagnostik) steht die ausführliche Information und Beratung im Umgang mit der Ticstörung im Vordergrund der Betreuung. Oftmals führt dies schon zur erheblichen Entspannung im familiären und außerfamiliären Kontext. Dabei sollten alle das Kind betreuenden Personen einbezogen werden. Je nach psychosozialer Belastungssituation kann eine Sozialberatung eingeschlossen werden.

Therapie: Zur Verfügung stehen gezielte verhaltenstherapeutische, aber auch allgemeine Entspannungsmaßnahmen ( z.B. Autogenes Training, Yoga). In Fällen mit hohem Schweregrad, starker psychosozialer Belastung und / oder ungenügender Krankheitsbewältigung muss frühzeitig an eine medikamentöse Behandlung gedacht werden. In der Regel sind ambulante Maßnahmen ausreichend, in einzelnen Fällen, insbesondere bei ausgeprägter komorbider Problematik (s.o.) kann ein Stationsaufenthalt notwendig werden.