Tic-Störungen

Bei Kindern treten Tic-Störungen meist im Alter von fünf bis zehn Jahren auf. Die Tics setzen abrupt ein. Es sind unwillkürliche Bewegungen, ausgelöst in bestimmten Muskelgruppen, die zwar für Minuten oder auch Stunden unterdrückt werden können, danach aber häufig sogar stärker zum Ausdruck kommen können. Diese motorischen Tics äußern sich beginnend meist im Gesichts-/Kopfbereich, bei vokalen Tics kommt es zu Lautäußerungen. Durch emotionale Erregung können Tics sich verstärken. Sie lassen oft nach in Situationen, in denen das Kind sich auf eine bestimmte Sache konzentriert. Häufig treten bei Tics begleitend auch sogenannte "komorbide Störungen" wie z. B. ADHS oder Zwangssymptome auf.

Organische Ursachen konnten bisher nicht gefunden werden. Die Beeinträchtigungen sind unterschiedlich schwer. In der Regel reduzieren oder stabiliseren sich die Tics im Adoleszentenalter oder hören ganz von selbst wieder auf.

Spezialsprechstunde für Tic- und Bewegungsstörungen

In einer Spezialsprechstunde für Tic- und Bewegungsstörungen stehen zwei ausgewiesene und erfahrene Experten, Kinderarzt Klaus Brennecke und Prof. Dr. Alexander Münchau vom Zentrum für Seltene Erkrankungen der Universität Lübeck, zur Verfügung. Nach der ausführlichen Diagnostik geht es vor allem um die Beratung und Information der Eltern. Oft führt dies schon zur Entspannung in der Familie und im übrigen Umfeld des Kindes.

Therapieangebote

Als Therapie stehen gezielte verhaltenstherapeutische, aber auch allgemeine Entspannungsmaßnahmen (z. B. Autogenes Training, Yoga) zur Verfügung. In schwierigen Fällen ist auch die Kombination mit einer medikamentösen Behandlung möglich. Wenn ambulante Maßnahmen nicht erfolgreich sind, kann ein stationärer Aufenthalt erforderlich sein.